One Health von der Landwirtschaft bis zur Lebensmittelproduktion oder Gentechnik? Was wollen wir?

One Health von der Landwirtschaft bis zur Lebensmittelproduktion oder Gentechnik? Was wollen wir?

Als Bioland Betrieb ist für uns ganz klar, dass alles miteinander in Verbindung steht. Schon oft habe ich darübergeschrieben, dass gute Lebensmittel vom Erhalt des Bodens abhängig sind. Dass Mikroorganismen im Boden, über dieTiere, in unserer Nahrung bis zu unserem Darm wirken und da weiter mit uns leben und uns gesund erhalten. Das Ganze wird wissenschaftlich vertreten unter dem Begriff „One Health“. Verschiedene Bundesministerien bis hin zu Weltgesundheitsorganisation fördern mit diesem Hintergrund verschiedenste Strategien, um die Gesunderhaltung von Natur, Tier und Mensch zu gewährleisten. 

„Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert den One-Health-Ansatz, (…) One Health, übersetzt „eine Gesundheit“, beruht auf der Erkenntnis, dass die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt eng miteinander verbunden und voneinander abhängig ist. Der One-Health-Ansatz zielt darauf ab, Gesundheitsrisiken vorzubeugen und fördert die fachübergreifende Zusammenarbeit, insbesondere zwischen Humanmedizin, Veterinärmedizin und Umweltwissenschaften. Durch die Vernetzung dieser Bereiche sollen optimale Bedingungen für ein gesundes Leben geschaffen und Risiken minimiert werden.“ https://www.bmz.de/de/themen/one-health

Hierzu ist ein interessantes Buch erschienen: „Gesundheit beginnt im Boden. Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt.“ VonScheub, U., Schwarzer, S. (2025) 

Und natürlich hat auch unsere Ernährung und die Herstellung unserer Lebensmittel damit zu tun. In der Vergangenheit gab es in fast jedem Dorf eine Molkerei, Meierei oder Käserei. Traditionelle Käse gibt es, aber wenige bis keine in Deutschland bzw. unserer Region. Obwohl es auch hier zu Lande so viele Hersteller gab. Ich werde mich noch mehr auf die Suche nach regionalem altem Wissen machen, da ich das sehr spannend finde.

Wer im eigenen Dorf noch Menschen kennt, die von der Geschichte der Käse und ihrer Hersteller was erzählen können, kann sich gerne bei mir melden.

Die Käse, die wir heute herstellen sind vor allem sicher. Pasteurisiert, mit zugekauften Kulturen, die hygienisch hergestellt wurden. Für mich persönlich auch wichtig, da es unseren Lebensunterhalt sichert und als Lebensmittelproduzentin bin ich dafür verantwortlich gesunde Lebensmittel in Verkehr zu bringen. 
Aber spannend bleibt doch, inwiefern die vielfältigen Käsekulturen in traditionellen Käsen, die in der Region selbst in ihrem Zuzsammenspiel entstanden sind und dann dort gegessen werden, zu unserer Gesundheit beitragen.

Der Blick in die Vergangenheit bringt die Frage auf den Tisch: in wie fern unsere neue Nahrungsmittelproduktion für uns und die Natur wirklich gesund ist.
Und mit einem Blick in die Zukunft, könnte es einem da schon bange werden.

Denn wenn wir nun nach vielen Jahren der industriellen Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung bemerken, dass wir im Grunde dringend wieder mehr Diversität benötigen und die natürlichen Zusammenhänge bis in unser inneres Gedärm drängen, was soll uns dann die Zukunft bringen? Mit noch ganz anderen Vorgehensweisen und Eingriffen in natürliche Zusammenhänge.

Und da spreche ich von der Gentechnik. Vielleicht bringt sie tolle Erfolge und hält was so versprochen wird. Aber was, wenn nicht? Was, wenn die Eingriffe in die Natur im Nachhinein genausoschädlich für uns sind, wie die Pestizide, die viel zu vielen Antibiotika, die Überdüngung oder aber auch die PFAS?
Tja, das wissen wir dann erst im Nachhinein- schade!

Wenn ihr das auch fragwürdig findet und einen vorsichtigeren Umgang mit Gentechnik wünscht, dann unterstützt doch bitte Folgendes von der AbL:

RECHT AUF GENTECHNIKFREIE LEBENSMITTELERZEUGUNGSICHERN 
jetzt gemeinsamen Brief ans Europaparlament unterschreiben
Unser Recht auf gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung ist in Gefahr – ökologisch wie konventionell.

Voraussichtlich im Mai wird das Europaparlament über einen Gesetzesentwurf zu neuen gentechnischen Verfahren („Neue Gentechnik“) abstimmen. Dieser sieht vor, zentrale Schutzmechanismen weitgehend abzuschaffen: verpflichtende Risikoprüfungen, Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit sowie Haftungs- und Koexistenzregelungen könnten für die meisten dieser Pflanzen entfallen.

Damit stünde nicht nur die gentechnikfreie Erzeugung auf dem Spiel, sondern auch unsere Entscheidungsfreiheit – sowohl als Produzent:innen als auch als Konsument:innen.
Das möchten wir nicht hinnehmen!

Die Mitglieder des Europaparlaments haben es in der Hand, diesen aus unserer Sicht inakzeptablen Gesetzesentwurf abzulehnen. Bei einem Nein würden neue Gentechnik-Pflanzen weiterhin unter das bestehende EU-Gentechnikrecht fallen – mit Risikoprüfung, Kennzeichnung und klaren Regeln zum Schutz gentechnikfreier Produktion.
Um das zu erreichen, müssen wir jetzt aktiv werden!

Gemeinsam mit Bäuer:innen, Gärtner:innen, Züchtenden und Lebensmittelverarbeitenden wurde ein Sammelbrief an die Europaparlamentarier:innen verfasst. 
Ziel ist es, ein starkes Signal aus der Praxis zu senden.
Bitte unterstützen Sie diesen Aufruf und zeichnen Sie den Sammelbrief mit.

Den Sammelbrief finden Sie unter:
https://www.abl-ev.de/themen/gentechnikfrei/sammelbrief-ans-eu-parlament

Direkt zur Unterzeichnung:
https://www.abl-ev.de/unterschreiben

Der Brief soll Anfang Mai 2026 mit möglichst vielen Unterschriften an alle deutschen Europaabgeordneten übergeben werden.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


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